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Ein Kunsttagebuch von Stephanie Hauschild
 

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Sean Connery und die Kanzlerin

Zu Ehren des letzte Woche verstorbenen Umberto Eco hat Arte gestern sein Programm geändert. Anstelle des von mir erhofften "Unternehmen Pettycoat" um ein rosarot angestrichenes U-Boot mit Tony Curtis und Cary Grant gab es "Der Name der Rose" zu sehen.

Auch in Ordnung. Gehört der Streifen doch zu den Filmen, deren Dialoge ich inzwischen mitsprechen kann. Die schöne, ziemlich originalgetreue Ausstattung, die zum Teil in Kloster Eberbach gedrehten Aufnahmen und natürlich der unglaublich lässige Sean Connery waren einen kurzen Blick auf diesen Film auf jeden Fall wert. Und auch bei vermeintlich alten Bekannten lassen sich ja immer wieder Entdeckungen machen, so auch dieses mal: Begegnet Bruder William doch dem zwielichtigen Abt des Klosters zu Beginn des Films in einer Pose, die inzwischen Karriere gemacht hat und die dem Fernsehvolk aus ganz anderem Zusammenhang bekannt ist:

Der kluge Franziskanermönch hat seine Hände zur "Raute" zusammengelegt, ganz wie wir es von der Kanzlerin kennen. Eine schöne Entsprechung wie ich finde. In beiden Fällen soll die Geste Konzentration, Ruhe und Ünerlegenheit ausdrücken. Kein Wunder, dass diese für Angela Merkel inzwischen ikonische Geste auch bei anderen Personden des öffentlichen Lebens sehr beliebt ist. Erdogan, Guido Westerwelle oder die Duchess of Cornwall wurden bereits mit dieser Geste gesichtet. In Blogs und Artikeln wird über die Bedeutung und Herkunft der Geste spekuliert.

Wie schön, dass wir über diesen Vergleich nun belegen können, dass Angela Merkel offenbar Filme mit Sean Connery mag und möglicherweise auch Bücher von italienischen Philosophieprofessoren.

Meine Lieblingsstelle im Film, wenn nämlich Bruder William in der Bibliothek eine Abschrift der Apokalypse mit den Anmerkungen eines gewissen Umberto da Bologna entdeckt, habe ich gestern abend aber verpasst. "Akte X" lockte trotz allem mehr als Sean Connery, alte Handschriften und die Erinnerung an einen großen Gelehrten der nebenbei auch wunderbare Bücher schrieb.

1.3.16 10:56

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